
Das Wiener Trio My Glorious machen Rock, der schnell in die Beine geht. Eine feste Zuordnung fällt schwer. Die Bezeichnung Garagen Rock scheint mit die Passendste zu sein. Der Rythmische Beat passt sich den ehrlichen Lyrics perfekt an. Eine nette Alternative zu den Foo Fighters oder Kings of Leon.
Sänger Samuel Fischer schmettert seine tiefgründige Texte mit der nötigen Qualität raus. Und daneben kommt der Sound von den Zwillingen Gregor und Paul Sailer überzeugend rüber. Hier steckt lange Erfahrung dahinter, denn My Glorious entsprang der gesplittten Band Fresh, die früher auch schon in England, Deutschland oder Kroatien unterwegs war.
Ende dieser Woche erscheint das Debütalbum Home Is Where The Heart Breaks. Hier finden sich richtige Smashsongs wie die Single „You should be dancing“, das melancholische Stück „Horse“ oder der mitreißende Song „Break My Heart“.
Bis Ende November letzten Jahres wurden die zwölf Songs aufgenommen und für die Arbeiten wurde Raphael Spanocchi ( u.a. CAMA) mit ans Boot geholt. Nach der stattgefundenen Releaseparty geht es auf große Tour durch die USA, Österreich und Deutschland.
Ich habe der Band ein paar Fragen gestellt.
Warum der Bandname My Glorious?
Das mit dem Bandnamen ist ja immer so eine Sache…Manche Bands haben schon einen Namen bevor sie ihr Instrument überhaupt beherrschen. Da sich unsere Band recht spontan ergeben hat, nachdem wir mit unserer Vorband zu einem Ende gekommen waren, hatten wir noch keine richtige Vorstellung was wir sein wollten. Ein Name ist ja mehr als nur ein Name, er sollte ja für das stehen was man als Band ist…man will ja nicht zB „The Tits“ heissen und dann die Erwartungen der Fans enttäuschen. Wir haben sicher ein paar Hundert Namen aufgelistet, die uns über ein paar Tage eingefallen sind. Dann haben wir die Auswahl immer verkleinert bis einer übrig blieb. Den haben wir genommen und am nächsten Tag verworfen. Ich hatte ein Lied der britischen Band Delirious im Ohr, das My Glorious heißt…ich hab mir gedacht dass das irgendwie passt…
Wie kann man sich das Leben als Musiker in Wien vorstellen?
Das Leben als Musiker in Wien…Naja, der Mozart hat’s gut gehabt. Es gibt ja verschiedene Arten das Musikersein zu leben. So wie wir es tun ist eigenltlich eher unüblich hier. Wir arbeiten unter der Woche Teilzeit in „normalen“ Jobs und arbeiten daneben sehr viel für die Band. Wir machen von Management über Booking bis hin zu Produktion alles selbst und das ist sehr viel Aufwand. An den Wochenenden fahren wir nach Deutschland für Konzerte und mehrmals im Jahr gehts dann ein paar Wochen in die USA, nach England oder wohin uns die Musik führt. Wie gesagt, es gibt nicht so viele die das so machen hier…die Musiker hier machen in der Regel viel Sessionarbeit und unterrichten an Musikschulen oder privat. Nebenbei versucht man sich dann das eigene Projekt hochzuziehen. Förderung für Musik ist in Österreich leider nur minimal vorhanden. Es geht soweit dass man für’s Spielen hier zahlt als lokale Band….ein Lokal wollte 1000€ von uns, dafür dass wir unsere CD Releaseparty bei ihnen machen…sie hätten aber zusätzlich am Barbetrieb verdient…mühsam und verständlich wieso viele Musiker auswandern.
Wie waren die Arbeiten zu „Home Is Where The Heart Breaks“?
Die Aufnahmen waren super. Wir spielen prinzipiell immer live ein…was soviel bedeutet wie dass wir alle drei im selben Zimmer spielen und gleichzeitig aufnehmen, anstatt einer nach dem anderen. Nur der Gesang wird dann extra gemacht, denn das ist technisch nicht wirklich möglich das auch gleichzeitig aufzunehmen. Somit wars super, wir haben uns bemüht die Energie die wir live haben, auch auf die CD zu schmelzen. Ich glaub wir habens geschafft…also kauft die CD, dann braucht ihr nie wieder auf eins unserer Konzerte kommen…
Musiktipp:
Queen…alles von Queen. Und sonst unbedingt Linda Harrison auschecken. Sie ist eine Indie Singer/Songwriterin aus Edinburgh, die in London lebt. Sie ist ein riesen Talent und macht sehr eingängigen Pop/Rock, sehr gut getextet und sehr schön produziert. Sie gefällt uns so gut, dass wir sie einfliegen um bei unserer CD Releaseparty die Supportband zu machen. Das war eh ganz lustig, denn sie ist erst 19, hat noch nie ausserhalb von England gespielt und war irgendwie ziemlich überfordert dass sie von einer Band aus Wien die sie nicht kennt eingeladen wird…
Ganz klassisch: Was sind eure weiteren Ziele für die Zukunft?
Wir machen so weiter wie bisher, versuchen immer besser zu werden und uns mit der Musik auszudrücken. Und einen Maserati will ich.
Die deutschen Tourdaten:
06. Feb 2010 Regensburg
23. Apr 2010 Nürtingen
24. Apr 2010 Kronberg
25. Apr 2010 Regensburg
05. Jun 2010 Hamburg